Markus Zosel zu Gast bei Radio Euroherz in Hof, 20. April 2004


Interview von Siegfried „Doc“ Schulze mit Markus Zosel

„Nashville“

Siegfried:
Nashville/Tennessee – der Traum jedes Countryfans, da muss er einmal gewesen sein. Ja, und man soll ja die Hoffnung nicht aufgeben. Nicht aufgeben soll man auch die Hoffnung, wenn man Live-Gäste erwartet. Jetzt sind sie eingetroffen. Einen Song von ihnen haben wir schon gehört, „Nashville“, das war Markus Zosel & Band. Man könnte fast meinen, sie seien aus Nashville gekommen, so abgekämpft sitzen sie jetzt hier. Aber immerhin, sie sind bereit, der Markus hat seine Gitarre gestimmt.
Erst mal herzlich willkommen, dass ihr es dann doch noch geschafft habt.

Markus:
Einen wunderschönen guten Abend an dich und deine Hörer und viele, viele liebe Grüße aus Nordhessen.

Siegfried:
Aus Nordhessen, aus Kassel sind sie gekommen. So eine Strecke, die hat es in sich, da sind ein paar Baustellen, da kann man sich ganz schön mit der Zeit verkalkulieren. Aber jetzt hören wir natürlich Markus live im Studio bei Radio Euroherz 88,0. Markus, was wirst du singen?

Markus:
Wir gucken mal, was wir in der Tüte drin haben, lasst euch überraschen.

„Many Dreams"

Siegfried:
Markus Zosel war das mit seiner Gitarre live bei uns im Studio, bei Euroherz 88,0. Ja, Markus, du bist ja mal über das Songwriten zur Musik gekommen, bist auch immer noch Singer/Songwriter, und die meisten Songs auf deinen CD’s, mittlerweile sind das 6 Stück, sind von dir?

Markus:
Genau. Auf der letzten, der Band-CD („The Vision Lives On“) sind die ganzen 10 Songs, bis auf eines, ausgenommen eines, vollständig von mir. Ja, und es macht einfach Spaß.

Siegfried:
Erzähl doch mal, wie bist du eigentlich dazu gekommen, in diese Musikrichtung?

Markus:
Da waren eine Menge Platten dran Schuld, die mehr oder weniger in meinem Zuhause standen, und die einfach darauf gewartet haben, mal angehört zu werden. Ich entsinne mich an Gordon Lightfoot, John Denver, Cat Stevens, Jose Feliciano, ganz wichtige Leute für mich.

Siegfried:
All die ganz großen Songwriter.

Markus:
All die ganz großen. Und mittlerweile ist es auch so, dass ich mich nicht Singer/Songwriter schimpfe, sondern eigentlich Singer/Storywriter, auch in Begleitung von der Band.

Siegfried:
Storyteller, so was wie Tom T. Hall?

Markus:
Storyteller nicht, Storywriter. Es ist mir eigentlich wichtiger, Geschichten von Leuten aufzuschreiben, die sonst verloren gingen. Also, man hört Sachen, so Kleinigkeiten nebenbei, die einen faszinieren. Und es ist eine Sache, manchmal von Minuten, von einer halben Stunde, Stunde, da den Song draus zu bauen, weil die einen so beschäftigen. Sie sind eigentlich in 3 Minuten, 3 ½ Minuten Musik festgehalten, und ich denke, das ist das wundervolle an der Musik. Die schafft das, die transportiert genau dieses Gefühl, das man in dem Moment des Hörens auch erfahren hat.

Siegfried:
Ja, gib uns gleich mal noch ein Beispiel davon.

Markus:
Gerne, gerne.
Es ist eine Erfahrung, die wir fast jedes Wochenende machen, die des Unterwegsseins, die des, wenn wir als Musiker unterwegs sind, auch des Wiederheimkommens. Und dieses „come and take me home” ist ein ganz wichtiges Ding bei uns, weil, so gerne wie wir los fahren, kommen wir auch gern wieder heim. Und ein Stück darüber ist „Come And Take Me Home“. Vielleicht ein kleiner Auszug daraus.

„Come And Take Me Home“

Markus:
Das wäre so ein Song aus dieser Kategorie.

Siegfried:
Eine Kurzfassung davon, längeres findet man auf deinen CD’s. Und da habe ich gesehen, da bringst du Songs, die man normalerweise so nur in der Rockmusik erwartet, 8 Minuten und so was, eigentlich nicht so typisch für Countrysongs.

Markus:
Ich bin sehr froh, Jungs gefunden zu haben, den Ecki, den Peter und den Jörg, die dieses Spielchen mitmachen und wirklich Grenzen brechen wollen. Wir setzen unsere Füße weit über die Countrymusik hinaus, haben einen großen Behälter und versuchen, wie in einer Salatschüssel, die vielen verschiedenen Stile zusammen zu mischen, aber die Stile dabei zu behalten. Z.B. „Queen Of Hearts“, der Titelsong auf der ersten CD von der Band, ist wirklich ein 8-Minuten-Stück, in der Tradition von Pink Floyd und Genesis und diesen ganzen Bands, der nichts anderes hatte als eine Vorlage von einem befreundeten Dichter. Das Gedicht hieß „Herzdame“, deswegen auch der Titel „Queen Of Hearts“, hat also nichts mit Lady Di zu tun. Es ist in dem Fall wirklich ein Gedicht, das da zu Grunde lag, es beinhaltete diese verschiedenen Stimmungen. Das wiederum brauchte einfach den Raum, diese 8 Minuten, um ausgedrückt zu werden. Wir haben lange Instrumentalteile drin, weil sehr transzendierende Momente drin sind, der Text ist einfach eine simple Betrachtung von einer Spielkarte, es geht einzig um eine Spielkarte, die Herzdame im Kartenspiel. Und das fordert uns Musiker, die wir natürlich aus unseren Richtungen kommen, Southern Rock, Rock, oder Folk, Songwriting.

Siegfried:
Trotzdem muss ich sagen, eure Musik ist nicht so untypisch für Country, ist eigentlich Country. Die Frage ist halt, wie man es interpretiert.

Markus:
Genau.

Siegfried:
Und wenn man es so macht, wie in den Staaten, dann denke ich, passt ihr wunderbar rein.
Übrigens, vielleicht auch die Anmerkung, ein 8-Minuten-Song ist eigentlich typisch für einen Rocksong. Mir ist grad eingefallen, Marty Robbins hat ja auch mal einen geschrieben, „Feleena“, die andere Seite von „El Paso“, da hat er auch 8 Minuten gebraucht, sonst wäre die Story nicht vollständig gewesen.

Markus:
Hohen Respekt für diesen Mann.

Siegfried:
Aber jetzt von dir noch was.

Markus:
Ein Stück, mit dem das alles angefangen hat, mit dem ich auch die Jungs anfangs kennen gelernt habe, ein Stück, mit dem ich das erste Mal eine größere Öffentlichkeit für mich gewonnen habe, das mal in einer hessischen Sendestation den 1. Platz gemacht hat. Ich habe als Schüler angefangen, habe an einem Wettbewerb teilgenommen, bei dem man einfach nur einen Song einschicken sollte. Diesen Song, „How The Music Changed My Life”, habe ich auf meiner 1. CD festgehalten. Eine kleine Geschichte über diesen ersten Moment, diesen magischen Moment, wo die Gitarre das erste Mal auf den Beinen sitzt, und wo man sagt, wir versuchen mal, was wir für Töne raus kriegen.

„How The Music Changed My Life“

Siegfried:
Markus Zosel war das hier im Studio bei Euroherz 88,0 bei der Countrytime. Ja, und die Countrytime ist leider schon wieder fast zu Ende. Also, ein kurzer Song, denke ich, wird uns noch bleiben. Das ist eigentlich schade, denn wir haben ja gesagt, er ist ein Vollblutmusiker, vor allem seine Songs sind gut, wenn man richtig hin hört. Und vielleicht können sie ja auf seinen CD’s noch was hören. Aber ich hoffe, Markus, es war nicht das letzte Mal, dass du hier warst.

Markus:
Wir kommen wieder gerne zu euch.

Siegfried:
Na gut, und dann, hoffentlich, schafft ihr es, dann kennt ihr schon die Engstellen, dann seid ihr rechtzeitig da, dann können wir die Zeit voll ausnutzen. Ja, ich werde mich schon mal verabschieden, ich sage Tschüss bis zum nächsten Dienstag, ihr Siegfried Schulze. Und den Abschluss bildet Markus hier noch mal mit einem schönen Song. Was hast du dir ausgesucht?

Markus:
Okay, wir nehmen unser Motto. Wir kommen von der Straße. Und ich habe hier den Ecki, den Bassman, den habe ich mitgebracht, den nehme ich jetzt einfach mal mit vor’s Mikrofon, und wir machen zusammen einen Song, „On The Way Again“ – Wieder auf dem Weg.

„On The Way again” (mit Ecki)

Markus:
Vielen herzlichen Dank an die Hörer von Radio Euroherz.

www.euroherz.de

Fotos davon waren auch zu sehen auf der Webseite von Markus Zosel & Band.

 

Ein weiteres Interview mit Markus Zosel ist auf  der Webseite von Werner zu lesen.

 

 


 

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